Fragen und Antworten – rund um E-Bike & Pedelec

Was ist eine Anfahrunterstützung?

Räder, die über eine Anfahrhilfe verfügen, können bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h nur mit Motorkraft fahren. Die meisten Räder dieser Art verfügen über einen Gasgriff – drehen und schon geht es los. Für viele ist diese Anfahrunterstützung im Stadtverkehr eine willkommene Hilfe.

Kann ich mit meinem Elektrofahrrad auch ohne Motorunterstützung fahren?

Ein Elektrofahrrad fährt ohne Motorunterstützung wie ein normales Fahrrad. Sie können die Unterstützung über die Steuerung abschalten. Sie können auch ohne Probleme weiterfahren, wenn unterwegs mal der Akku leer werden sollte. Der einzige Unterschied ist das meist höhere Gewicht der Elektrofahrräder.

Wie erkenne ich die Leistungsstärke des Akkus?

Ein Akku ist ein wiederaufladbarer Speicher für elektrische Energie. Für die Leistung eines Akkus sind drei Werte ausschlaggebend: Ah (Amperestunden), V (Volt) und Wh (Wattstunden). Die Ladungsmenge, die der Akku speichern kann, wird in Amperestunden (Ah) angegeben und als Kapazität bezeichnet. In Volt (V) wird die Betriebsspannung des Akkus angegeben. Die ausschlaggebende Größe für den Vergleich des Energieinhalts von Akkus sind die Wattstunden (Wh). Dieser Wert wird als Produkt von Ah und V errechnet: Wh = Ah x V. Ein hoher Ah- oder ein hoher V-Wert allein sind also kein Garant für einen hohen Energieinhalt. Ausschlaggebend für den Vergleich ist immer das Produkt der beiden Werte – also die Wattstunde.

Wie weit reicht der Akku?

Das kommt darauf an, wie Sie fahren und welche Strecke Sie fahren. Die Reichweite hängt von vielen Faktoren wie z.B. Tretgeschwindigkeit, Gewicht des Fahrers, gewählter Unterstützungsmodus, Geländegegebenheiten, Gegenwind etc. ab. Der Sensor des Elektrofahrrads misst Pedalkraft und Tretgeschwindigkeit und regelt dazu die Motorunterstützung. Eine optimale Balance schafft optimale Reichweite. Häufiges Anhalten und Wiederanfahren wie im Stadtverkehr, bei Gegenwind oder an Steigungen nagen an der Reichweite – vergleichen Sie es mit dem steigenden Kraftstoffverbrauch beim Auto.

Kann ich bei einem Elektrofahrrad auf die Gangschaltung verzichten?

Wie beim Autofahren auch können Sie die Kraftentwicklung mit Hilfe der Gangschaltung an die Gegebenheit des Geländes und der Umwelteinflüsse (z.B. Gegenwind) anpassen. Damit schonen Sie Ihre Gelenke und Muskeln und können ausdauernder und länger unterwegs sein. Dasselbe gilt auch für den Akku. Wenn Sie immer auf einem relativ gleichen Level – nicht zu hoch und nicht zu niedrig  – pedalieren, hält die elektrische Unterstützung erfahrungsgemäß länger.

Brauche ich für ein Elektrofahrrad Helm, Führerschein, Versicherung?

Für ein Pedelec, also ein Elektrofahrrad mit einer tretabhängigen Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h (dies gilt auch für Modelle mit einer Anfahrhilfe bis 6 km/h), ist keines der drei erforderlich.
Wir empfehlen beim Fahrradfahren jedoch generell das Tragen eines Helmes!



Fahrräder, deren elektrische Unterstützung während des Tretens der Pedale bis 45 km/h reicht, sind versicherungspflichtig, und es wird ein Mofa-Führerschein nötig. Nach neuesten Meldungen sind Sie zum Tragen eines Motorradhelmes verpflichtet.



Fahrräder mit einem tretunabhängigen Elektroantrieb sind versicherungspflichtig und fallen in Deutschland unter den Begriff des Kleinkraftrades. Für diese schnellen E-Bikes sind ein Versicherungskennzeichen sowie eine Betriebserlaubnis erforderlich und es gilt Helmpflicht.



Bedenken Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit, dass Sie mit einem Elektrofahrrad generell mit höherer Geschwindigkeit unterwegs sind als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Dies erfordert Reaktionsvermögen, Fahrkönnen und einen entsprechend höheren Sicherheitsstandard bei der Ausstattung. Dazu kommt, dass die anderen Verkehrsteilnehmer Sie immer noch als Fahrradfahrer wahrnehmen und sich in der Einschätzung Ihres Fahrverhaltens unter Umständen täuschen können..

Wo liegen die Vor- und Nachteile der Antriebsvarianten?

Der Mittelmotor mit dem Antrieb über das Tretlager verleiht dem Elektrorad eine sehr ausgeglichene Gewichtsverteilung und damit ein stabiles Fahrverhalten. Die Wahrscheinlichkeit von Störungen an den Verbindungsteilen ist geringer, da Steuerung, Motor und Akku mit wenigen Leitungen bzw. Verbindungen versehen sind. Ein Nachteil bei vielen dieser Modelle ist der erhöhte Reparaturaufwand im Falle eines Defekts. Falls Sie darauf großen Wert legen, sei darauf hingewiesen, dass Sie mit Mittelmotor keine Rücktrittbremse verwenden können.

Beim Antrieb in der Vorderachse ist das Fahrverhalten ebenfalls recht stabil. Allerdings haben Sie vor allem bei losen und sandigen Untergründen eine etwas schlechtere Traktion, ein Nachteil vor allem beim Anfahren am Berg. Hier ist eher ein Hinterradantrieb vorzuziehen. Dieser verfügt allerdings über eine eher ungünstige Lastverteilung, da Antrieb und Akku meist im Heck untergebracht sind. Sind Sie dann auch noch mit Gepäck unterwegs, wird das Rad sehr hecklastig.

Ein Vorteil der Nabenantriebe ist der geringere Aufwand bei Reparatur bzw. Ausbau des Antriebs. Zudem können Sie bei einem Defekt das Antriebsrad durch ein konventionelles Laufrad ersetzen und Ihr Elektrorad auch als ganz “normales” Fahrrad weiterbenutzen.

Soll ich mir ein neues Elektrofahrrad kaufen oder lieber mein Rad mit einem Elektroantrieb nachrüsten?

Mit dem Kauf eines neuen Elektrofahrrads erhalten Sie bei entsprechender Wahl ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem Antrieb, Rahmen, Gabel, Bremsen etc. aufeinander abgestimmt sind. Fachleute sind von der Nachrüstung nicht angetan, weil oft z.B. Rahmen, Gabel oder Bremsen den höheren Belastungen und Geschwindigkeiten nicht standhalten. Beim Neukauf haben Sie auf jeden Fall die Möglichkeit, sich ein Fahrrad mit den entsprechenden Komponenten auszusuchen und können so auch dem Thema Sicherheit Rechnung tragen.

Ich möchte mein Elektrofahrrad auch mit dem Auto transportieren. Worauf muss ich achten?

Wichtig ist auf alle Fälle das zulässige Zuladungsgewicht Ihres Fahrradträgers. Elektrofahrräder wiegen schnell 25 kg und mehr. Bedenken Sie bei der Anschaffung eines Dachträgers, dass Sie diese Last auf das Dach und wieder herunter heben müssen. Kein einfaches Unterfangen und Sie transportieren damit eine erhebliche Last auf Ihrem Autodach. Am bequemsten sind Heckträger für die Anhängerkupplung. Zahlreiche Hersteller haben auf den wachsenden Elektrofahrradmarkt reagiert und bieten inzwischen spezielle Modelle für Pedelecs an. Wenn Sie den Akku abnehmen und im Innenraum transportieren, schützen Sie ihn vor Umwelteinflüssen und reduzieren gleichzeitig die Trägerlast.

Denken Sie vor allem auch an den entsprechenden Diebstahlschutz, wenn Sie Auto und Fahrrad ohne Aufsicht stehen lassen. Sind Sie öfter mit Auto und Rad unterwegs, lohnt sich unter Umständen auch die Anschaffung eines Faltrads. Damit sparen Sie die Anschaffung und die Montage des Radständers und transportieren Ihr Rad ohne Einwirkung von Witterungseinflüssen.

Werden Akkus von meinem Fahrradhändler zurückgenommen?

Seit 1998 gab die deutsche Batterieverordnung vor, dass Batterien und Akkus vom Handel zurückgenommen und ordnungsgemäß verwertet oder beseitigt werden müssen. Seit Dezember 2009 regelt dies das “Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren”.

Die Verbraucher sind dazu verpflichtet, Batterien und Akkus beim Handel oder den kommunalen Sammelstellen abzugeben. Nahezu alle Energiespeicher enthalten Stoffe, die die Umwelt belasten. Deshalb dürfen sie keinesfalls über den Hausmüll entsorgt werden.